Twitterclients


Wer mich kennt weiß, dass ich auf Twitter recht aktiv bin.

 

Es muss schnell etwas koordiniert werden? Ich komme beim programmieren mit etwas nicht weiter? Andere brauchen Hilfe bei etwas?

Kein Problem, oft reichen ein paar Tweets um diese und andere Fragen zu klären.

 

Doch wie steigt man am Besten ein in die Welt der Tweets?

Nun, entweder man nutzt die Webseite von Twitter, oder greift auf spezielle Clients zurück.

 

Da ich das Gefühl habe, dass die Macher von Twitter ihre eigene Software nicht benutzen, setze ich rein auf Clients, an denen die Macher von Twitter nicht herumgebastelt haben.

 

Es fängt alleine schon damit an, dass man auf der Webseite mit sponsored Tweets genervt wird. Ich jedenfalls möchte diese nicht sehen. Man könnte jetzt sagen: „Aber die haben doch auch Kosten und die müssen wieder rein kommen!“ Diese Aussage ist auch völlig berechtigt. Leider bietet Twitter keine Möglichkeit, gegen einen geringen Betrag, diese sponsored Tweets abzuschalten. Man wird zu den sponsored Tweets gezwungen. Und wie immer, wenn es um Zwang geht, suche ich eine Alternative.

 

Der offiziellen Webseite fehlt zudem eine Filterfunktion. Dies gilt sowohl für sogenannte Hashtags, als auch für User. Ich möchte nicht mit Tweets zum neusten Superkuh, die im Tatort die nächste Frau zum Songcontest im Dschungel sucht und da eigentlich nur raus will, zugespamt werden. Auch gestehe ich jedem Menschen zu, mal seine 5 Minuten zu haben und Blödsinn zu schreiben. In dem Fall will ich diesen Blödsinn aber nicht lesen, aber diesem Menschen auch nicht entfolgen.

 

Die Lösung? Filter bzw. Mutefunktion!

 

Diese gibt es in der Form aber nur über separate Clients, womit wir auch schon beim Thema dieses Posts wären, die verschiedenen Clients.

 

Auch hier gibt es wieder gravierende Unterschiede.

 

Sie sehen unterschiedlich aus und haben unterschiedliche Funktionen. Zudem gibt es sie fürs Handy, den Browser, oder klassisch als Desktopanwendung.

 

Tweetdeck

Mein erster Desktopclient war Tweetdeck. Tweetdeck war damals noch nicht von Twitter aufgekauft und war ein sehr mächtiger Client. Mehrere Accounts, für jeden Extraspalten, Mutefunktion usw. und dann? Tja, dann wurde Tweetdeck von Twitter aufgekauft und verschlimmbessert. Es wurde quasi zurück auf Webseitenfunktionalität in anderer Darstellung gebracht. Somit hat sich Tweetdeck für mich erledigt. Inzwischen hat sich bei Tweetdeck viel getan. Es gibt ihn als Plugin für Chrome, oder läuft auch direkt von der Webseite. Was mich leider weiterhin stört, ist, dass z.B. die Spaltenbreite nicht automatisch angepasst wird. Auch bin ich seitens Bedienung inzwischen andere Clients gewöhnt. Wer sich an der Spaltenbreite nicht stört, für den ist dieser Client sicherlich empfehlenswert, zudem er auch multiuserfähig ist. Ein weiterer Vorteil: man loggt sich mit seinem Twitterclient direkt auf der Seite ein. Man muss keine App freigeben, oder umständlich ein Token generieren, bevor es los geht.

 

Hotot

Nachdem Tweetdeck damals von Twitter übernommen wurde, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Gefunden habe ich diese mit Hotot. Hotot gibt es als Desktopanwendung und als Chromeplugin. Der Nachteil an Hotot ist allerdings, dass dieser Client nicht multiuserfähig ist. Ansonsten war er für mich damals ein sehr brauchbarer Client. Man konnte Hashtags und User muten, das Design verändern, die Spalten wurden auf Bildschirmbreite gebracht und für mich damals noch wichtig: man konnte sich mit seinem identi.ca (heute status.net) Account einloggen und auch diesen Dienst nutzen. Der Nachteil? Der Entwickler hat den Support leider schon längere Zeit eingestellt. Somit gibt es keine Updates, Fixes o.Ä. mehr.

 

Hotot+

Zum Glück hat sich für den zuvor genannten Client Hotot doch jemand gefunden. Die Funktionalität von Hotot wurde mit Hotot+ erweitert und zugleich eingeschränkt. Warum eingeschränkt? Man kann sich nicht mehr mit status.net, dem Nachfolger von identi.ca einloggen. Zudem gibt es von Hotot+ keinen Desktopclient, man muss somit zwangsweise das Browserplugin nutzen. Was wurde erweitert? Es gibt eine ganze Reihe von Verbesserungen gegenüber Hotot. Youtubelinks werden in Hotot+ geöffnet und abgespielt, sofern die GEMA oder andere hier mitmachen. Hashtags können einfach mit Klick auf das Hashtag gesucht, oder gemutet werden. Hier wünsche ich mir allerdings noch eine Verbesserung. Die so zu mutenden Hashtags werden alle in lowercase (kleingeschrieben) gewandelt und leider casesensitive gefiltert. Sprich, man muss oft nachjustieren, was aber kein Problem darstellt. Bezieht sich ein Twitterer in einer Konversation auf einen Tweet, oder antwortet auf einen Tweet, so kann man diesen bzw. die Konversation durch klicken auf einen Pfeil anzeigen und muss nicht umständlich auf die Webseite wechseln. Auch die Behandlung von Direktnachrichten hat sich verbessert. Während man bei Hotot die Direktnachrichten nach Eingang angezeigt bekommen hat, was mitunter in Surchorgien ausartete, hat man eine bestimmte Nachricht gesucht, so bietet Hotot+ nun auch eine nach Usern sortierte Anzeige an. Zudem hat man die Möglichkeit, die Ansicht auf Eingangszeitpunkt, oder auf User zu stellen. Sprich, man hat die Wahl. Der größte Nachteil von Hotot+ ist leider wie bei Hotot, der Client ist nicht multiuserfähig. Wer also einen Client ähnlich Hotot+ kennt, der zudem multiuserfähig ist und nicht Tweetdeck heißt, was mir sehr wichtig ist, plattformunabhängig ist, lasst es mich wissen!

 


 

Kommen wir nun zu den mobilen (Android) Clients.

 

Auch für den offiziellen Twiterclient gelten die gleichen Nachteile, wie für die Webseite, daher werde ich hier nicht weiter darauf eingehen.

 

Tweetdeck

den mobilen Client Tweetdeck hatte ich zugegeben nur eine sehr kurze Zeit installiert, da ich mobil jahrelang einen anderen Client genutzt habe und mit Tweetdeck  nie wirklich warm wurde, da hier natürlich die Bedienung anders ist. Daher werde ich auch nicht weiter auf den mobilen Client von Tweetdeck eingehen. Ich kenne ihn schlicht zu wenig.

 

Plume

als ich mir diesen Twitterclient zugelegt habe, hatte er noch einen unaussprechlichen französischen Namen.

Jahrelang war ich absolut begeistert von diesem Client. Er ist multiuserfähig, man kann Hashtags und User muten, war damals echt schnell, Direktnachrichten wurden einem nach User gesammelt angezeigt und vieles mehr. In kurz: dieser Client war über Jahre hinweg für mich state of the art. Warum schreibe ich war? Was die Features angeht, so finde ich diese weiterhin sehr gut und umfangreich. Was mich stört ist die Bedienung. Als ich 14 war, war ich in den Sommerferien im Zeltlager. Dort sind wir auch regelmäßig an einen Badesee gefahren bzw. gelaufen. Es kam schließlich der Tag an dem es fast 40°C waren. Diese 40°C haben den Teer der Straße, auf der wir gelaufen sind so aufgeweicht, zäh und klebrig gemacht, dass es mir irgendwann wortwörtlich die Sandalen ausgezogen hat. Und genauso zäh, klebrig und langsam ist Plume in letzter Zeit auch geworden. So kann und will ich diesen Client nicht nutzen.

 

Falcon Pro

als die Betreiber des Twitteraccounts @Netzpolitik nach einer Alternative zu Plume fragten, wurde auch der Client Falcon Pro in den Raum geworfen, der wohl eine ähnliche Funktionalität, wie Plume, nur in nicht so zäh aufweisen soll. Leider sagt mir das Finanzierungsmodell von Falcon Pro so dermaßen überhaupt nicht zu, dass ich diese App nicht nutzen und nicht weiterempfehlen werde. Man soll hier für den Hauptaccount knapp 4$ und jeden weiteren Account 2$ bezahlen. Für jemanden, wie mich, der einige Accounts verwaltet, absolutes NoGo.

 

Doch bei welchem Client bin ich nun gelandet?

Fenix

Dank Johannes (@JoKnopp) wurde ich auf Fenix aufmerksam. Er hatte die gleichen Probleme mit Plume wie ich und hatte Fenix als seine Alternative ausgesucht. Warum ist Fenix mein Favorit? Fenix kann alles, was Plume kann, nur in schnell und vor allem auch in besser! Mehrere Accounts sind hier ebenfalls kein Problem, genausowenig, wie muten von Hashtags oder Usern. Und genau das Management der verschiedenen Accounts hat letztlich noch die Kirsche auf die Sahne des Schwarzwälderkirschbechers gesetzt. Anders, als bei Plume werden in Fenix die Accounts strikt getrennt. Sprich, ich erhalte in der Mentionspalte nur die Mentions, die an den Account gerichtet sind, den ich gerade ausgewählt habe. Gleiches gilt auch für Direktnachrichten. Diese Trennung der Accounts verhindert auch, dass ich in meiner Schusseligkeit Sachen mit dem falschen Account twittere. Bei Plume ist das öfter mal passiert. Man ist bei einer Veranstaltung, möchte schnell was ganz wichtiges schreiben und vergisst auf den anderen Account zu tippen und *zack* ist es passiert. Auch die Anordnung der Spalten gefällt mir sehr. So gibt es auch eine Spalte für Favs und Retweets. Diese ist mir insofern wichtig, als dass ich gerne sehe, welche meiner Tweets so gefavt und retweetet werden. Das hilft mir z.B. für bestimmte Nutzer interessante Tweets rauszuhauen z.B. wenn es um bestimmte Programmiertechniken oder Frameworks geht. Zudem gibt es in Fenix auch eine Spalte meiner eigenen Favoriten. Da ich die favorisieren Funktion als Lesezeichensammlung nutze, ist diese Spalte für mich besonders hilfreich, da ich dort oft Sachen zu bestimmten Themen, die ich mir mal bei Gelegenheit ansehen wollte, nachlesen kann.

 

Tante Edith:

Fenix spielt auch Youtubevideos direkt im Client ab. Über die Sinnhaftigkeit dessen kann man sicherlich diskutieren.


Habe ich was wichtiges vergessen/unterschlagen/verwechselt? Weißt mich darauf hin!

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