Blut- und Organspende oder auch Menschen zweiter Klasse 1


Ich mache dann auch mal den c&p des Blogs von @kpeterlBW, denn das Thema ist, wie ihr wisst mir sehr wichtig und wir kommen nur voran, wenn wir ALLE uns dafür einsetzen.

Zwei Updates zum nachfolgenden Beitrag:

Heute kann das Erbgut des Virus direkt nachgewiesen werden und so jede Spende mit Hilfe der PCR auf HIV getestet werden. Somit ist selbst das Risikoverhalten zu vernachlässigen. 

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hatte 2015 entschieden, dass homosexuelle Männer nur unter bestimmten Bedingungen, aber nicht allein aufgrund ihrer sexuellen Orientierung vom Blutspenden ausgeschlossen werden dürfen (C-528/13). Länder wie Spanien, Portugal, Russland und Italien haben diese Blutspende bereits liberalisiert. Deutschland, wen wundert es, wenn sowohl die Regierung, als auch Gauck es selbst nach Orlando nicht schaffen, das Ziel des Angriffs zu benennen, natürlich nicht.

Im nachfolgenden Post ist noch die Rede davon, dass auch Knochenmarkspende nicht erlaubt ist. Das hat sich inzwischen, leider durch tragische Umstände, nämlich der Erkrankung von Guido Westerwelle geändert.

Dass Petitionen viel bewirken glaube ich nicht, aber ich sie können ein Thema bewusster machen und deshalb habe ich unterzeichnet. Untenstehend der vollständige Beitrag von @kpeterlBW wie er ihn in seinem Blog veröffentlicht hat:

#BUNTSPENDEN UNTERSTÜTZEN, DENN ES GIBT KEIN BLUT ERSTER UND ZWEITER KLASSE

tl;dr Menschen aufgrund von Vorurteilen vom Blutspenden auszuschließen ist nicht nur diskriminierend, sondern auch nicht hilfreich! Darum „Bunt Spenden“ unterstützen und hier unterschreiben

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Diesen Sommer wird Flagge gezeigt, und das nicht nur beim Fußball. Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der Christopher Street Day e. V. Berlin und DDB Tribal Berlin starten eine Petition gegen eine immer noch aktuelle Diskriminierung: Bi- und homosexuelle Männer dürfen hierzulande auch 2014 kein Blut spenden. Los geht’s mit einem echten Heimspiel vor 700.000 Menschen auf dem Christopher Street Day (CSD) am 21. Juni 2014.“ Mit diesen Worten kündigt der LSVD die Aktion „Bunt Spenden“ an. Die Frage, ob ihr Blut schlechter ist als das Anderer, stellen sich seit Jahren viele Menschen.

In Deutschland gibt es Blut erster und zweiter Klasse

Wer als Mann einmal (!) in seinem Leben Sex mit einem Mann hatte, darf sein ganzes Leben lang weder Blut noch Knochenmark spenden. Wenn er lebend Organe spenden will, so darf ein Arzt ihn, ohne weitere Begründung von der Spende ausschließen. Einzig Toten wird in der Bundesrepublik dem Mann der (einmalige) Sex mit einem Mann verziehen.

Doch nicht nur Einmaliger Sex mit einem Mann ist ein Ausschlussgrund bis zum Grab.

Du hast als Sexarbeiter oder Sexarbeiterin gearbeitet? Ausschluss bis zum Tod von Blut- und Knochenmarkspenden ist die Strafe.

Du hast mal Drogen gespritzt oder geschnupft? Dein Lebensrettendes Blut oder Knochenmark wollen wir nicht.

Im Jahre 2014 werden Menschen, die Zeitweise oder immer ein leben außerhalb spießiger Moral und Wertvorstellungen leben wollen oder auch nur Einmalig gegen diese verstoßen und sich z. B. sexuell ausprobieren und mit einem Mann einlassen, Prostituieren oder Drogengebraucher sind, stigmatisiert.[1]

Mit der Begründung einer erhöhten Ansteckungsgefahr von Geschlechtskrankheiten wird tausenden von Männern eine Blutspende verwehrt.

Dies geschieht sogar in Notfällen, wenn seltene Blutgruppen dringend benötigt werden.

Doch ist dieses Gebaren tatsächlich noch realitätsnah?

Viele Landesverbände der Piratenpartei sehen das inzwischen anders. So haben die Landesverbände Sachsen, Brandenburg und Baden Württemberg hierzu ganz klar Position bezogen.

Die grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende

Sie fordern eine grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende.

Hierzu zählen wir insbesondere bislang ausgegrenzte Gruppen wie MSM (Männer, die Sex mit Männern haben), weibliche und männliche Sexarbeiter sowie Drogenkonsumenten, die Drogen intravenös (I.v.) anwenden oder schnupfen. [2]

“Unzweifelhaft gilt: Die Qualität von Blutprodukten muss gewährleistet bleiben und rechtfertigt weiterhin den begründeten Ausschluss von einzelnen Menschen von der Blutspende. Sie dürfen, bei Risikoverhalten, zum Schutz anderer Menschen, von der Blutspende ausgeschlossen werden. Hierfür ausschlaggebend soll jedoch das individuell tatsächlich vorliegende Risikoverhalten und nicht ein hergeleitetes Gruppenverhalten sein.” [3]

Denn es ist nicht plausibel eine ganze Gruppe von Menschen zu diskriminieren, weil einem geringer Prozentsatz dieser Gruppe ein höheren Risikofaktor zugerechnet wird.

So bitter es klingt: halten wir es uns vor Augen das Guido Westerwelle zu seiner eigenen Rettung aktuell weder Knochenmark noch Blutspenden dürfte.

Für mich gilt, das die Blutspenderauswahlkriterien risikobezogen, unabhängig von der sexuelle Orientierung und anderen, die persönlichen Lebensumstände betreffenden Faktoren, gefasst werden müssen. Die für die Ausgestaltung der Blutspende-Richtlinien.

„Bunt Spenden“ unterstützen

Ein erster Schritt um zu beginnen ist, die folgende Petition durch eure Unterschrift zu unterstützen: „Bunt Spenden“, denn es gibt kein Blut erster und zweiter Klasse!

Ich habe schon unterzeichnet, wann tust du es?

Anmerkungen

Dieser Blogpost entstand nach einer Idee von Sandra @Raven2012_SN Willer zur Unterstützung der Aktion des @LSVD Daraufhin haben wir diesen Blogpost geschrieben und hier und bei mir veröffentlicht. Ich bitte euch: übernehmt ihn und veröffentlicht ihn auf euren Blogs. Es gilt, 50000 Unterschriften zu erreichen.

[1] http://kpeterl.wordpress.com/2012/06/29/giftiges-blut/

[2] Die Piraten Thüringen setzen sich zwar auch für eine Überarbeitung der Richtlinien zur Gewinnung von Blutprodukten ein, fordern aber keine grundsätzliche Zulassung aller Menschen zur Blutspende http://wiki.piraten-thueringen.de/TH:Landesparteitag_2013.3/Antragsportal/Sonstiger_Antrag_-_003

[3] siehe hier http://www.janschejbal.de/piraten/antragsviewer122/#antrag=PAPA564 und hier http://lptbw.de/wp-content/uploads/Antragsbuch-LPT-2014.pdf


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