10 Jahre Wikileaks. Warum ich nicht gratuliere


Ja, die Plattform Wikileaks wird 10. Für mich kein Grund zum feiern. Doch zurück auf Anfang.

Vor einigen Jahren noch war ich großer Fan von Wikileaks. Schließlich wurde der ein oder andere Skandal, den wir alle irgendwo geahnt haben, tatsächlich aufgedeckt.

Die Jahre vergingen und es kamen weitere Veröffentlichungen hinzu. Wikileaks wurde „mächtiger“.

Wer erinnert sich noch an den Spruch „Mit großer Macht kommt große Verantwortung“? Bei Wikileaks erinnert sich anscheinend niemand daran. Nein, ich spiele nicht auf die Viren und Trojaner an, die man bei Wikileaks hostet mit der Begründung, dass man das doch komplett veröffentlicht haben möchte, wegen der Aussagekraft und so.

Man geht dort inzwischen mit Menschenleben um, als ginge es um nichts. Nein, die Veröffentlichungen werden ÜBER Menschenleben gestellt. Sagt mal Wikileaksleute, GEHT’S NOCH?! SEID IHR NOCH GANZ SAUBER?!

Egal, wie groß der Skandal ist, es wird gefälligst dafür gesorgt, dass keine Menschenleben von Unschuldigen gefährdet werden! Gleichgeschlechtlich liebende Menschen, die in ihrem Land die Todesstrafe zu fürchten haben, werden einfach geoutet. Auch werden mal eben sämtliche Daten von Vergewaltigungsopfern veröffentlicht.

Und dann wird das noch mit „keine Zeit für Datenschutz“ verteidigt.

Ganz ehrlich Wikileaks: ihr hattet genug Zeit endlich erwachsen zu werden und zu kapieren, dass hier Daten veröffentlicht werden, die so brisant sind, dass sie Menschenleben zerstören, oder gar Menschen direkt töten können. Bekommt euren Arsch hoch nehmt euch gefälligst die Zeit für den Datenschutz!

Da ich übrigens nicht davon ausgehe, dass man bei Wikileaks auf absehbare Zeit mal etwas, wie ein Gewissen und Verantwortungsgefühl entwickelt, hoffe ich, dass andere Plattformen, die über ein Gewissen verfügen, kommen werden und Wikileaks in der Bedeutungslosigkeit verschwindet.

Wikileaks, du hast dich überlebt.

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