Warum in der Kirche bleiben?


Wie wahrscheinlich manche von euch bereits mitbekommen haben, bin ich aus der Kirche ausgetreten.

Als Reaktion habe ich nun ein Schreiben bekommen mit 12 Gründen, warum man in der Kirche sein solle. Die ich hier mal ein wenig erläutern möchte.

1. In der christlichen Botschaft bewahrt die Kirche eine Wahrheit, die Menschen sich nicht
selber sagen können. Sie finden darin Maßstäbe für ein verantwortungsbewusstes Leben.

  • Wenn Menschen sich etwas selbst nicht sagen können, dann liegt das meist an der Unfähigkeit zur Selbstreflexion. Hier bedarf es einem Knall vor den Bug und kein Getätschel „is doch nich so schlimm“.
  • Viele Menschen, die zwischenmenschlich, ethisch und moralisch absolute **** sind, sitzen in der Kirche gerne in der 1. Reihe, um zu zeigen, was für tolle Christen sie sind.
  • Maßstäbe für ein verantwortungsbewusstes Leben kommen von Ethik und Moral. Dazu bedarf es keiner Kirche. Ein Bildungssystem, das nicht auf „muss in der Wirtschaft gut funktionieren“ beruht, würde schon viel helfen.

2. In der Kirche wird die menschliche Sehnsucht nach Segen gehört und beantwortet.

  • Ich deute das als dass manche Menschen ihr Leben nicht im Griff haben und statt sich darum zu kümmern lieber beten. Dass von beten nichts besser wird, dürfte jedem Menschen klar sein.

3. Die Kirche begleitet Menschen von der Geburt bis zum Tod. Das stärkt auf geheimnisvolle
Weise.

  • Dazu bedarf es keiner Kirche. Einem Verein, der durch einen imaginären Freund „auf geheimnisvolle Weise stärkt“. In der Wissenschaft nennt man das wohl den Placeboeffekt.
  • Es gibt bereits einen tollen Ort für Zusammenhalt von der Geburt bis zum Tod. Nennt man Familie.

4. In der Kirche können Menschen an einer Hoffnung auf erfülltes Leben teilhaben, die über
den Tod hinausreicht.

  • Warum auf ein erfülltes Leben hoffen, wenn man es auch einfach haben kann? Einfach machen, statt einem imaginären Freund hinterherhecheln und hoffen, dass mal nen Krümel vom Tisch fällt!

5. Die Kirche ist ein Ort der Ruhe und Besinnung. Unsere Gesellschaft ist gut beraten, wenn
sie solche Orte pflegt. (Die Kirche XYZ beispielsweise ist von Montag bis Samstag von
8:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet und bietet auch Ihnen Raum für Stille, Besinnung und
Gebet)

  • Wenn ich Ruhe und Besinnung suche, gehe ich raus. In die Natur. Das geht auch nach 18 Uhr und vor 8 Uhr.
  • Für Gespräche habe ich übrigens Freunde. Wirkliche Freunde, die mir auch mal sagen „Hey, du hast da Scheiße gebaut!“.

6. ln der Kirche treten Menschen mit Gebeten und Gottesdiensten für andere ein. Sie tun das
auch stellvertretend für die Gesellschaft.

  • In der Kirche treten Menschen für Andere ein?
  • Die Kirche mit dem gesonderten Arbeitsrecht, das erlaubt, Menschen einfach zu feuern, weil geschieden, oder gleichgeschlechtlich lieben?
  • Diese Kirche? Die Kirche, die Menschen als krank bezeichnet, weil sie sich lieben?
  • Die Kirche, die Menschen, die sich lieben, in Umerziehungslager stecken möchte?
  • Die Kirche, die permanent mit Skandalen bzgl. Kindern auf sich aufmerksam macht? Sorry, ich versteh den Punkt nicht.

7. Die kirchlichen Sonn- und Feiertage mit ihren Themen, ihrer Musik und ihrer Atmosphäre
prägen das Jahr. Die Kirche setzt sich dafür ein, diese Tage zu erhalten.

  • Wie z.B. das Tanzverbot, das Menschen einschränkt, auch, wenn sie nichts mit der Kirche zu tun haben? Lieber mehr Urlaubstage. Oder Feiertage mit geschichtlichem Hintergrund. Würde der Bildung in diesem Land übrigens auch gut tun.
  • Ok, das Gebimmel der Glocken, wenn man schlafen will, das prägt tatsächlich.

8. Nur wer zur Kirche gehört, kann auch die mit der Mitgliedschaft verbundenen Rechte in
Anspruch nehmen: z.B. zum Empfang der Sakramente, zur Übernahme des Ehrenamtes bei Taufe und Firmung oder auf ein kirchliches. Begräbnis. ln Seelsorge und Beratung der Kirche wird der ganze Mensch ernst genommen und angenommen.

  • Wenn die Liebe eines Gottes, von einem Verein abhängig gemacht wird, ist da sicherlich keine Liebe.
  • Wie sehr der Mensch von der Kirche angenommen wird, schrieb ich bereits. Hier kommt wieder die übliche Effekthascherei.

10. ln Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen der Kirche schaffen viele haupt- und
ehrenamtlich Engagierte ein besonderes Klima der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.
Wer die Kirche unterstützt, übt Solidarität mit den Schwachen und Benachteiligten.

  • Echt? Ihr traut euch, diesen Punkt anzuführen? So völlig schmerzfrei?
  • Die von der Kirche betriebenen sozialen Einrichtungen werden fast komplett vom Staat getragen. Die Kirche zahlt einen lächerlich geringen Anteil, damit sie das Label „kirchlich“ dranpappen können.
  • Kirchliche Betreiber dürfen, obwohl vom Staat finanziert mal eben die Behandlung von kranken Menschen verweigern. Also nix mit Hippokratischer Eid.
  • Zum Thema Arbeitsrecht schrieb ich bereits.
  • Da engagiere ich mich lieber in nicht kirchlichen Vereinen und helfe z.B. Flüchtlingen, oder LGBT (gegen die die Kirche regelmäßig hetzt, weil dass sich Menschen lieben und füreinander einstehen ja vom Geschlecht abhängig ist)

11. Kirchliche Musik und Kunst sind bis heute prägende Kräfte unserer Kultur.

  • Wenn man den ganzen Tag nur mit der Kirche zu tun hat kommt man vielleicht zu dem Schluss.
  • Was die Architektur anbelangt kann ich zustimmen. Zumindest, wenn wir von der Geschichte reden. Moderne Kirchengebäude sind mMn … nicht ganz so gelungen.
  • Unsere Kultur wird durch die Kunst von Künstlern geprägt. Seien es umstrittene Werke, wie die 3 Busse in Dresden, die an den Schutz vor Scharfschützen in Aleppo erinnern sollen, oder Lady Gaga. Hier sind tatsächliche Künstler am Werk.

12. Wo immer Menschen hinkommen oder hinziehen, treffen sie auch christliche Gemeinden,
bleiben sie eingebunden in die weltweite Gemeinschaft der Kirche.

  • außer, man ist schwul, lesbisch, trans- oder bisexuell, geschieden etc. dann wird man verstoßen und wie der letzte Dreck behandelt. Danke, braucht niemand, der nicht unbedingt, ach, ich lasse mein Lieblingszitat zum Thema Moral sprechen. „Ihr moralischer Kompass ist so im Arsch, ich wäre geschockt, wenn Sie auch nur den Weg zum Parkplatz finden würden!“

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